Informationsforum Kieferorthopädie
- Fachbegriffe aus Zahnmedizin und KFO -

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Abdrucknahme
In der Kieferorthopädie werden aus verschiedensten Gründen Gipsmodelle von Zähnen und Kiefern der Patienten benötigt: Auf diesen Modellen, welche die Zahnstellung und den Kieferknochen genau wiedergeben können werden Vermessungen vorgenommen und kieferorthopädische Geräte hergestellt. 
Um ein Gipsmodell zu erhalten, muß ein Abdruck am Patienten vorgenommen werden. Hierfür benutzt man eine spezielle Abdruckmasse und sog. Abdrucklöffel (Bild 1). 
In sie wird die Masse hineingegeben. Dann wird der Löffel mit der Masse auf die Zähne des Patienten gesetzt. Nach Erhärtung der Abdruckmasse kann der Löffel aus dem Patientenmund entfernt (Bild 2) und mit Gips gefüllt werden; Ergebnis ist eine genaue Kopie der Mundverhältnisse in Gips. Nun wird der Gipsblock aus dem Abdrucklöffel entfernt und der Sockel an einer Schleifmaschine so zugeschliffen ("getrimmt"), daß die Kauflächen der Zähne Parallel zum Boden verlaufen und die Sockelmitten mit der Modellmitte übereinstimmen. Dies erleichtert die Vermessung am Modell. Das fertige Gipsmodell ist in Bild 3 zu sehen.
Während einer kieferorthopädischen Behandlung sind i.d.R. mehrere Gipsmodelle nötig, um den Behandlungsfortschritt zu sehen oder neue Zahnklammern anzufertigen.
Daneben ist das Gipsmodell auch eine "Visitenkarte" des Kieferorthopäden; an der Güte seiner Modelle erkennt man die Sorgfalt, die er bei deer Behandlung seiner Patienten walten lässt.

Beispiel für Abdrucklöffel


Der abgeformte Kiefer


Das fertige Gipsmodell

 

Aktivator
Der Aktivator gehört zu den funktionskieferorthopädischen Geräten. Im Gegensatz zu den aktiven Plattenapparaturen besitzen funktionskieferorthopädische (FKO) Geräte keine Elemente, die aktiven Druck auf die Zähne ausüben. Diese Geräte - zu der auch der Aktivator gehört - gelten vielmehr als "Trainingsgerät" für den Patienten: Durch das Zusammenbeissen oder andere Muskeltätigkeiten bewirkt er Umbauvorgänge an Kiefern und Muskulatur. Wie der PAtient mit dem Aktivator beissen soll, wird vom Kieferorthopäden mittels einer Wachsrolle (dem sog. "Konstruktionsbiss") festgelegt. Der fertige Aktivator liegt lose im Mund und bringt den Unterkiefer beim Zusammenbiss in eine therapeutisch günstige Lage. In dieser Position bewirken Wangen-, Zungen- und Kaumuskeldruck einen therapeutischen Reiz, der auf Dauer zu Umbauvorgängen und einer Verbesserung der Zahnstellung führen kann. Wegen der fehlenden aktiven Elemente wird dieses Gerät von vielen Behandler als die "sanfte" Methode zur Behebung von Fehlstellungen propagiert.  
Eingesetzter Aktivator

Alginat

In der Kieferorthopädie ist es notwendig, exakte Gipsmodelle der Zähne des Patienten zu erstellen, um Vermessungen durchzuführen oder herausnehmbare Geräte anzufertigen. Weitere Informationen über die Herstellung herausnehmbarer Apparaturen Für die dafür erforderliche Abformung wird eine spezielle Masse benötigt, die Zähne und andere Strukturen im Mundraum genau darstellen kann. In der Kieferorthopädie bietet sich hierfür das Alginat an. Es ist hinreichend genau, einfach zu verarbeiten und relativ Preisgünstig.
Alginat besteht aus Salzen der Alginsäure, welche bei der Anmischung mit Wasser einen Brei ergibt, der nach 1-3 Minuten zu einer elastischen, gummiartigen Masse erstarren. Speziell für Kinder gibt es diese Massen auch in verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen. Nach dem Zugeben von Wasser in das Pulver, muss die Masse ca. 30 Sekunden gut durchmischt werden, bevor sie auf den Abdrucklöffel gegeben werden kann. Nun wird das Alginat in den Patientenmund eingebracht und erstarrt dort. Nach ca. 2 Minuten ist die Masse gummielastisch und kann wieder aus dem Mund entfernt werden. Jetzt muß der Abdruck desinfiziert und sofort mit Gips ausgegossen werden. Ansonsten verdunstet das Wasser aus dem Alginat und der Abdruck schrumpft - die Folge wären zu kleine Gipsmodelle und nicht passende Geräte.

 

Alveolarknochen

Jeder Zahn befindet sich in einem Knochenfach, der sog. Alveole. In seiner Gesamtheit wird der Kieferknochen auch Alveolarknochen genannt, weil sich in Ihm die Alveolen befinden.

Angle-Klassen

E.H. Angle, ein Vorreiter der modernen Kieferorthopädie hat um die Jahrhundertwende eine Einteilung entwickelt, mit dessen Hilfe sich die Lage der 1. Molaren im Oberkiefer zu denen im Unterkiefer klassifizieren lässt. Angle unterteilt die Bisslagemöglichkeiten in drei Klassen:

Angle-Klasse 1
Die Klasse 1 stellt den Normalfall dar. 
Der mesiale Höcker des 1. Molaren greift in die zentrale Furche des unteren 1. Molaren. Man erkennt gut das harmonische Gesichts- und Lippenprofil. Diese Regelgerechte Verzahnung wird auch als "Neutralbisslage" bezeichnet.
Neutralokklusion
Angle-Klasse 2
Hier liegt der Unterkiefer relativ gesehen zu weit zurück. Dir rote Linie kennzeichnet die Stelle, an welche der mesiale Höcker des 1. Molaren beißen müsste. Man (- Frau auch) erkennt deutlich, daß sich diese Verzahnung auch ungünstig auf das Gesichtsprofil auswirkt: Während die Oberlippe hervorspringt, liegt das Kinn zu weit hinten. Wegen der Rücklage des Unterkiefers wird diese Verzahnung auch als "Distalbisslage" oder Prognathie bezeichnet. Häufig entsteht sie durch Zahnengstand im Oberkiefer.
Distalokklusion
Angle-Klasse 3
Die Merkmale der Klasse 3 stechen auch dem Laien sofort ins Auge: Hier liegt der Unterkiefer zu weit vorne, der mesiale Höcker des 1. Molaren greift zu weit nach hinten - wie die blaue Linie zeigt. Die Folge ist eine überaus prominente Kinnpartie und eine eingeschränkte Bissfunktion durch den verkehrten Überbiss der Schneidezähne. 
Diese Bisslage wird als "Mesialbiss" oder Progenie bezeichnet, sie ist zum großen Teil erblich bedingt. Eine Kieferorthopädische Behandlung ist aufwendig und langwierig.
Mesialokklusion

 

Außenspange
siehe: Headgear

 


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webmaster , 25 Januar, 2004