Erwachsenenbehandlung - Mit welchen Geräten?

Welche Geräte werden im Rahmen einer kieferorthopädischen Erwachsenenbehandlung eingesetzt?

Die Beeinflussung und Nutzung des körpereigenen Wachstums ist eins der zentralen Aufgaben der Kieferorthopädie um Jugendalter. Bei der Behandlung erwachsener Patienten ist jedoch in der Regel kein Wachstum mehr vorhanden.

Viele herausnehmbare Behandlungsgeräte - gerade auch funktionskieferorthopädische Apparaturen - nutzen das körpereigene Wachstum als zusätzliche "Antriebskraft", um neben Zahnverschiebungen auch skelettale (also knöchern bedingte) Probleme in den Griff zu bekommen. Dies funktioniert jedoch nur dann, wenn noch genügend Wachstum vorhanden ist. Um dies herauszufinden, bedient sich der Kieferorthopäde beim jugendlichen Patienten der sog. "Handröntgenaufnahme". Mit Hilfe dieses Röntgenbildes können anhand verschiedener Entwicklungsstadien der Hand- und Fingerknochen Aussagen über noch verbleibende Wachstumstendenzen gemacht werden.

Ist das Knochenwachstum nun größtenteils abgeschlossen, können nur noch Zahnverschiebungen (sog. "dento-alveoläre" Korrekturen) vorgenommen werden. Eine Beeinflussung des Gesichtsschädels findet nicht mehr statt; bei schwerwiegenden skelettalen Problemen muss dann eine kombinierte KFO/kieferchirurgische Behandlung diskutiert werden.

Zahnverschiebungen ohne Hilfe des Knochenwachstums können mit herausnehmbaren Geräten kaum noch durchgeführt werden, lediglich Zahnkippungen sind noch möglich. Aus diesem Grund werden kieferorthopädische Erwachsenenbehandlungen fast ausschliesslich mit festsitzenden Apparaturen behandelt - zumindest in einigen Phasen. Neben den üblichen Metallbrackets gibt es heute vielseitige Alternativen, deren Ziel es ist, die ästhetische Beeinträchtigung des Patienten gering zu halten:

Keramikbrackets - für Infos bitte klicken Kunststoffbrackets - für Infos bitte klicken Lingualbrackets - für Infos bitte klicken

Trotzdem sind herausnehmbare Zahnspangen auch aus der Erwachsenenbehandlung nicht wegzudenken. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn es gilt, kleinere Zahnkippungen durchzuführen oder leisten als Retainer wertvolle Hilfe zur Stabilisierung des erreichten Behandlungsergebnisses.

Eine Besonderheit stellt die symptomatische Behandlung von Kiefergelenkbeschwerden ("temporomandibuläre Dysfunktionen - TMD") dar. Diese können beim erwachsenen Patienten mit funktionskieferorthopädischen Geräten - wie z.B. dem Bionator - gut beherrscht werden.

Welche Klammern letzten Endes bei der Behandlung erwachsener Patienten angewandt werden können, ist erst nach eingehender Untersuchung und Auswertung sämtlicher diagnostischer Unterlagen (Modelle, Röntgenbilder...) möglich.

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