Es gibt mehrere Gründe, warum man schiefstehende
Zähne oder Fehlentwicklungen des Kiefers korrigieren lassen sollte.
Der wichtigste Grund ist sicherlich die:
Prophylaxe
Eng und schiefstehende Zähne
stören den Patienten nicht nur in der Ästhetik. Engstehende
Zähne erschweren die Reinigung des Mundraumes und sorgen damit
für vermehrte
Kariesgefahr. Die Zahnbürste kann oft nicht in die engen Nischen
vordringen. Die Folge sind
Plaqueansammlungen und später Erkrankungen des Zahnfleisches und
des Zahnhalteapparats.
Ein gestörter Zusammenbiss beeinträchtigt
die Kaufunktion. Neben primären Problemen
wie z.B. Probleme beim Abbeißen oder Kauen, kann eine gestörte
Okklusion (=Zusammenbiß)
im Laufe der Zeit Schmerzen und schließlich Schäden im Kiefergelenk
hervorrufen. Außerdem
wird in vielen Fällen eine Fehlbelastung einzelner Zähne durch
Vor- oder Frühkontakte be-
obachtet. Mit der Zeit können diese Überbelastungen Schäden an
den betroffenen Zähnen oder
am Zahnhalteapparat hervorrufen.
Optimale Funktion des Kauorgans
Eine falsche Zahnstellung und die falsche Lage der Kiefer zueinander
können nicht nur die Funktion des Kauorgans beeinträchtigen. Fehlstellungen
können der Auslöser für viele unterschiedliche Krankheitsbilder
sein:
-
können durch die
falsche Lage der Kiefer zueinander, sowie
durch Zahnfehlstellungen entstehen. Ein Patient mit
Vorkontakten wird unbewußt versuchen,
diese durch Pressen oder Knirschen zu beseitigen.
Die Muskulatur reagiert auf diese Überbelastung
mit Muskelkater und Verspannungen - was
dem Betroffenen zumeist morgens schmerzhaft
in Erinnerung gerufen wird.
- können entstehen, wenn falsche Zahnstellung
in zusammen
mit falscher Lage der Kiefer zueinander
auftreten. Durch die falsche Stellung der Gelenk-
köpfchen, den sog. "Kondylen",
wird das Kiefergelenk fehlbelastet - dies gilt insbesondere bei
gleichzeitig vorhandenen Parafunktionen
("Para" = "Vorbei" - also Funktionen, die
an der
normalen Bewegung "vorbeilaufen"
wie z.B. Knirschen oder Pressen).
Häufig sind Fehlbelastungen des Kiefergelenks
mit Knack- oder Reibgeräuschen verbunden.
Diese Geräusche werden von einer kleinen
Knorpelscheibe, dem sog. Diskus verursacht.
Während Knackgeräusche oft auf eine Verlagerung
dieses Diskus schließen lassen, können
Reibgeräusche schon erste Anzeichen für
einen beginnenden Verfall des Kiefergelenks sein.
- können ebenfalls von
Fehlfunk-
tionen des Kiefergelenks kommen! Die
Gesichts- und Kaumuskulatur bildet zusammen mit
der Zungenbeinmuskulatur und den Nackenmuskeln
ein kompliziertes, zusammenhängendes
System. Störungen in einer Komponente
- wie z.B. in den Kaumuskeln - werden immer das
gesamte System beeinflussen. Viele Patienten
gehen zu einem Orthopäden, weil sie ständig
Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule
verspüren. Erst eine genaue Untersuchung bringt
dann den wahren Übeltäter ans Licht:
Das Kiefergelenk.
- - klingt zunächst vielleicht abwegig, ist aber bei näherem
Hinsehen
durchaus logisch: Schlecht gekaute Nahrung
kann schlechter verdaut werden.
-
- sie können durch Fehlbelastungen im Kiefergelenk hervorgerufen
werden.
Ursache ist die enge anatomische Beziehung
des Kiefergelenks mit Strukturen, welche zum
Mittel- und Innenohr ziehen. Gerade Patienten
mit ausgesprochenen Parafunktionen klagen
häufiger auch über Ohrgeräusche, Hörstörungen
oder Schwindelgefühl. Das Kiefergelenk
kann eine Ursache hierfür sein.
Ästhetik
Für die meisten Patienten ist
die Ästhetik der Hauptfaktor für eine kieferorthopädische Behandlung.
In unserer Gesellschaft wird das Gebiss
als Spiegel der Wertigkeit angesehen. Während schöne,
gepflegte und gerade Zähne Status für Erfolg, Schönheit und Jugend
bedeuten, bewirken schiefe,
gelbe und ungepflegte Zähne das Gegenteil. Nun ist nicht jeder
Mensch mit schiefen Zähnen ein häßlicher alter Verlierer, doch
spielen die Zähne bereits beim ersten Eindruck eine sehr große
Rolle - und dieser Trend hat in den letzten Jahren noch erheblich
zugenommen.
Nicht zuletzt hängen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein auch
von den Zähnen ab - wer lacht schon gerne hinter vorgehaltener
Hand?
Patienten, die sich aus eigenen Stücken
beim Kieferorthopäden vorstellen, machen dies sehr häufig aus
einem ästhetischen Anspruch heraus. Oft kann ihnen hier geholfen
werden; manchmal steht der ästhetische Nutzen jedoch in keinem
Verhältnis zum Aufwand (zeitlich und finanziell), so daß der verantwortungsvolle
Behandler entscheiden muß, ob ein Patient bei einem Zahnarzt für
ästhetische Zahnheilkunde nicht besser aufgehoben wäre.
Die Ziele, welcher sich die moderne Kieferorthopädie
widmet, können folgendermaßen formuliert werden:
Das Ziel der Kieferorthopädie ist die Erreichung
eines funktionellen und ästhetischen Optimums.
Dieses Optimum sieht für jeden Menschen
anders aus, hängt es doch u.a. von Zahngröße, -form, sowie Kiefer-
und Gesichtsentwicklung ab.
Aus diesem Grund muß jeder Patient nach einem eigens für ihn hergestellten
Behandlungsplan behandelt werden.
Aus diesem Grund müssen die dafür benötigten Apparaturen für jeden
Patienten individuell angefertigt werden.
Aus diesem Grund zählt die kieferorthopädische Behandlung auch
nicht gerade zu den billigsten "Vergnügen".
Die Einhaltung dieser Ziele bringt den
Behandler manchmal in Bedrängnis, wenn z.B. das ästhetische Optimum
nicht mit dem funktionellen Optimum identisch ist. Während der
Patient - verständlicherweise - die Ästhetik als oberstes Ziel
sieht, ist für den Kieferorthopäden das perfekt funktionierende
Kauorgan das wichtigste Ergebnis, auf das er hinarbeiten muß.
Hier bedarf es Verständnis und Einfühlungsvermögen, um den Patienten
von dieses Zielen zu überzeugen.
Die moderne Kieferorthopädie ist heute
in der Lage, auch schwierigste Fehlstellungen oder -entwicklungen
zu korrigieren oder zu beseitigen, zum Teil mit Hilfe der Kieferchirurgie.
Dank ständiger Weiterentwicklungen von Techniken und Materialen
ist die Behandlung in letzter Zeit immer angenehmer für den Patienten,
und die Ergebnisse immer perfekter geworden.
Wurde noch vor 15 Jahren jeder Zahn mit Metallbändern versehen,
arbeitet die heutige Kieferorthopädie mit zahnfarbenen Brackets
aus Keramik oder Kunststoff - ein unschlagbarer ästhetischer Vorteil,
insbesondere für erwachsene Patienten.

Neben den oben gezeigten Kunststoffbrackets,
besteht auch die Möglichkeit, Brackets auf den Innenflächen der
Zähne anzubringen und so eine vollkommen unsichtbare Korrektur
durchzuführen.
Vor- und Nacheile der verschiedenen
Bracketsysteme finden Sie hier: 
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