Seit wann gibt es funktionskieferorthopädische Geräte?
Die Geschichte der FKO reicht "nur" bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und soll der Vollständigkeit halber kurz dargestellt werden:

1897 führt KINGSLEY den Begriff "Jumping the bite" für die Vorverlagerung des Unterkiefers mittels
Platten ein.

1902 beschreibt ROBIN erstmals eine blockartige, bimaxilliäre Apparatur, die dem heutigen Aktivator
ähnelt und die er "Monobloc" nennt. Dieser dient der aktiven, bimaxillären Dehnungstherapie und ist aus diesem Grund streng genommen kein Vorläufer des klassischen Aktivators.

1927 Mit der Umgestaltung einer für Retentions- und Prophylaxemaßnahmen verwendeten Apparatur in ein Behandlungsgerät etwa ab dem Jahr 1927 begründet ANDRESEN das sogenannte "Norwegische System der Funktionskieferorthopädie" (ANDRESEN und HÄUPL, 1945). Grundlage ihres klassischen Aktivators bilden die Erkenntnisse von ROUX, dem Begründer der Entwicklungsmechanik, dass funktionelle Reize gewebebildend, -formend, -umformend und -formerhaltend sind.

1940 PETRIK entwickelt den klassischen Aktivator weiter, u.A. durch das Einfügen von zusätzlichen Elementen, wie z.B. dem Haltedorn, der Petrikfeder oder der Rahmenschlinge.

1950 BIMLER entwickelt den Gebissformer, STOCKFISCH den Kinetor. Beide Apparate besitzen elastische - teils vorgefertigte - Elemente, welche die Effizienz der Kraftentwicklung steigern sollen. Gleichzeitig besteht eine Tendenz, durch Skelettierung der Behandlungsgeräte im Frontzahn- und Zungenbereich einen erhöhten Tragekomfort und damit eine erhöhte Akzeptanz beim Patienten zu erreichen. (z.B. Gebißformer nach BIMLER, Kinetor nach STOCKFISCH, Elastisch-offener Aktivator (EOA) nach KLAMMT, Bißzügler nach VAN THIEL).

1952 BALTERS fordert den ganzheitlichen Ansatz der Kieferorthopädie und stellt seinen Bionator vor, ein Gerät, welches eine Vielzahl von Dysgnathien durch Harmonisierung des Mundraumes unter Zuhilfenahme anderer, interdisziplinärer Behandlungsmaßnahmen aus Physiotherapie, Logopädie oder Psychotherapie (z.B. Lymphdrainage, cranio-sacrale Therapie oder Atemtherapie) therapieren soll.

1960 FRÄNKEL verlegt große Teile seiner Behandlungsapparatur nach vestibulär, also in den Mundvorhof- und Wangenbereich - der Funktionsregler wird geboren.

1979 TEUSCHER kombiniert den klassischen Aktivator mit extraoralen Kräften und fügt spezielle
Torquefederchen im Frontzahnbereich ein.

1985 HASUND entwickelt die Hansa-Platte.



Theoretische Grundlagen und Begriffe

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