(Hinweis: Text und Inhalt dieses Themas gehen zum Teil
über das allgemeine Grundwissen hinaus. Sollten Teile des Textes zu kompliziert
sein, können Sie uns gerne direkt ansprechen. Wir stehen für alle
Fragen zur Verfügung!)
Die Vorschub-Doppelplatte (kurz VSD oder auch VDP) gehört
zu den geführten Platten. Konstruiert werden sie zunächst wie gewöhnliche
aktive Plattenapparaturen, weisen jedoch zwei Besonderheiten auf:
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Die Oberkieferplatte besitzt
zwei mittig angeordnete Stege, welche einen Winkel von 60°
zur Kauebene aufweisen. |
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Die Platte für den
Unterkiefer weist eine polierte Ebene auf, auf welcher die
Vorschubstege entlanggleiten können. |
Streng genommen handelt es sich bei Vorschub-Doppelplatten
aufgrund aktiver Elemente wie z.B. Schrauben und Federn um kein FKO Gerät
im eigentlichen Sinne, da hier allodynamische (also körperfremde) Kräfte
zum Einsatz kommen. Aufgrund der funktionellen Verlagerung des Unterkiefers
nimmt die VSD eine Sonderstellung zwischen aktiven Platten und FKO-Geräten
ein.
Die VSD kann standardmäßig eingesetzt werden, wenn es sich bei
einer Dysgnathie um eine Rücklage des Unterkiefers bei zusätzlicher
Notwendigkeit transversaler Nachentwicklung oder Einzelzahnbewegungen handelt.
Bei Anomalien des progenen Formenkreises
besteht die Möglichkeit, eine Rückschubdoppelplatte zu fertigen,
jedoch sind die Möglichkeiten der Beeinflussung in diesem Fall nur gering,
beträgt das anatomische Rückführungsvermögen des Unterkiefers
normalerweise nur 0 - 2 mm.
Aufgrund der Führung durch die Stege muss in
jedem Fall ein Konstruktionsbiss am Patienten genommen werden, damit eine
therapeutische Verlagerung des Unterkiefers gewährleistet wird.
Vorteile der VSD gegenüber dem klassischen Aktivator
ist neben dem erweiterten Indikationsbereich die geringere Sprachbeeinträchtigung
und damit eine geringere Patientenbelastung; allerdings sind die Vorschubstege
für den Patienten relativ unkomfortabel, da auch sie den Zungenraum einengen.
Vorgänger der VSD nach SANDER waren geführte
Doppelplatten mit MÜLLER-Spornen. Diese ragten etwa in Höhe der
zweiten Prämolaren aus der Platte
und führten zu deutlich stärkerer Beeinträchtigung. Aus diesem
Grund werden heute die frontalen Vorschubstege nach SANDER bevorzugt, welche
übrigens auch fertig konfektioniert erhältlich sind.
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