Seit nunmehr fünf Jahren ist das
Invisalign-System in Deutschland erhältlich. Gerade erwachsenen
Patienten bieten die unauffälligen Schienen in vielen Fällen
eine Alternative zu festsitzenden Behandlungsapparaturen. Im Folgenden
soll Invisalign deshalb kurz vorgestellt werden.
Invisalign® ist eine neuartiges Behandlungssystem
für die Kieferorthopädie. Das Prinzip ist so simpel,
wie genial: Der Patient trägt fast unsichtbare Schienen,
welche die Korrekturen der Zahnfehlstellungen vornehmen. Je nach
Art und Ausprägung der Fehlstellung werden ca. 12 bis 60
Schienen angefertigt, die jeweils 2 Wochen getragen werden. So
werden die Zähne schrittweise korrigiert, bis hin zum angestrebten
Ergebnis.
| Bevor
die Schienen - von der Herstellerfirma Aligner genannt
am Patienten eingesetzt werden können, werden die Abdrücke
des Patienten an die Herstellerfirma geschickt, welche dann
anhand dieser Modelle einen Computerdatensatz der Zähne
herstellen. Dieser Datensatz ist ein virtuelles 3D-Abbild
des "Ist-Zustandes". Mit Hilfe dieses Datensatzes
errechnet der Computer nun den "Soll-Zustand", d.h.
wie die Zähne nach erfolgter Behandlung perfekterweise
zu stehen haben. Anhand dieser - vom Hersteller ClinCheck
genannten - Methode wird das Behandlungsziel also bereits
zu Beginn der Behandlung sichtbar gemacht. Ein Bild dieses
Behandlungszieles wird dem behandelnden Kieferorthopäde
zugesandt. Ist er mit dem Ergebnis zufrieden, werden die einzelnen
Aligner hergestellt. |
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Mit Hilfe eines patentierten Verfahrens
wird die Gesamtbehandlung in einzelne Abschnitte unterteilt,
für jeden Behandlungsabschnitt wird ein eigenes Modell
des Zahnbogens hergestellt. Auf diesem Modell wird dann
der jeweilige Aligner angepasst. Nach der Herstellung
der Aligner bekommt der behandelnde Kieferorthopäde
ein Päckchen mit allen Schienen. Seine Aufgabe ist
es nunmehr, den Behandlungsverlauf zu überwachen und
dem Patienten jeweils die nächsten Aligner alle
2 Wochen zur Verfügung zu stellen.
Dese computergesteuerte Vorausplanung
ist auch der Grund, warum Invisalign® für Kinder
und Jugendliche nicht in Frage kommt: Das Knochen- und Kieferwachstum
würde die einzelnen Aligner schnell unbrauchbar
machen.
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Invisalign kann bei leichten bis mittleren
Fehlstellungen eingesetzt werden, wobei das Behandlungsspektrum
auch vom Geschick des jeweiligen Behandlers abhängt. Mit
Hilfe zusätzlich geklebter Attachments aus Kunststoff können
auch komplexe Zahnbewegungen, wie z.B. Zahndrehungen, durch die
Aligner erreicht werden. Schwierig ist die Korrektur vertikaler
Abweichungen von mehr als 2-3 mm. Hier kommt das System an seine
konstruktionsbedinge Grenze.
| So ist das Essen und die
Zahnpflege problemlos möglich. |
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| In manchen Fällen muss
trotzdem zumindest zeitweise mit festsitzenden Apparaturen
behandelt werden. |
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| Klartext: Herausnehmen nur
zum Essen und Zähneputzen! Ansonsten ist die Behandlung
zum Scheitern verurteilt. Auch auf Zwischenmahlzeiten und
den Kaffee zwischendurch muss verzichtet werden. Jeder Patient
muss vor der Therapie für sich entscheiden, ob sich diese
Tragezeiten im Berufsleben überhaupt realisieren lassen.
Bei 50 Schienen entspricht die aktive Behandlungsdauer immerhin
knapp 2 Jahren. |
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| Die Therapie kostet meist
zwischen Euro 2.000,-- und Euro 5.000,--. Eine Bezahlung durch
die gesetzliche Krankenversicherung ist ausgeschlossen, die
privaten Krankenversicherungen übernehmen in manchen
Fällen die Kosten. |
| Ist die vom Computer berechnete
Behandlung einmal begonnen worden, hat der behandelnde Kieferorthopäde
keine Möglichkeit mehr, den Verlauf zu beeinflussen.
Eine Änderung des Behandlungszieles - z.B. nach Zahnverlust
während der Behandlung oder mangelhafter Mitarbeit -
ist mit Mehrkosten für den Patienten verbunden, da in
diesem Fall ein Satz neuer Schienen notwendig wird. |
Die Schienen sind für Erwachsene mit
leichten bis mittleren Fehlstellungen geeignet. Bei umfangreicheren
Korrekturen muss die Situation individuell beurteilt werden; ein
Kieferorthopäde in Ihrer Nähe kann Ihnen weiterhelfen.Beim
Tragen der Geräte ist eine große Ausdauer von Seiten
des Patienten vonnöten. Dafür erhält man ein kaum
sicht- und hörbares Behandlungssystem, welches man zum Essen
und zur Mundhygiene herausnehmen kann.
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