Invisalign - Die Revolution in der Kieferorthopädie?

 

Seit nunmehr fünf Jahren ist das Invisalign-System in Deutschland erhältlich. Gerade erwachsenen Patienten bieten die unauffälligen Schienen in vielen Fällen eine Alternative zu festsitzenden Behandlungsapparaturen. Im Folgenden soll Invisalign deshalb kurz vorgestellt werden.

Was ist Invisalign®?

Invisalign® ist eine neuartiges Behandlungssystem für die Kieferorthopädie. Das Prinzip ist so simpel, wie genial: Der Patient trägt fast unsichtbare Schienen, welche die Korrekturen der Zahnfehlstellungen vornehmen. Je nach Art und Ausprägung der Fehlstellung werden ca. 12 bis 60 Schienen angefertigt, die jeweils 2 Wochen getragen werden. So werden die Zähne schrittweise korrigiert, bis hin zum angestrebten Ergebnis.


Wie werden die Schnienen hergestellt?

Bevor die Schienen - von der Herstellerfirma Aligner™ genannt am Patienten eingesetzt werden können, werden die Abdrücke des Patienten an die Herstellerfirma geschickt, welche dann anhand dieser Modelle einen Computerdatensatz der Zähne herstellen. Dieser Datensatz ist ein virtuelles 3D-Abbild des "Ist-Zustandes". Mit Hilfe dieses Datensatzes errechnet der Computer nun den "Soll-Zustand", d.h. wie die Zähne nach erfolgter Behandlung perfekterweise zu stehen haben. Anhand dieser - vom Hersteller ClinCheck™ genannten - Methode wird das Behandlungsziel also bereits zu Beginn der Behandlung sichtbar gemacht. Ein Bild dieses Behandlungszieles wird dem behandelnden Kieferorthopäde zugesandt. Ist er mit dem Ergebnis zufrieden, werden die einzelnen Aligner™ hergestellt.

Mit Hilfe eines patentierten Verfahrens wird die Gesamtbehandlung in einzelne Abschnitte unterteilt, für jeden Behandlungsabschnitt wird ein eigenes Modell des Zahnbogens hergestellt. Auf diesem Modell wird dann der jeweilige Aligner™ angepasst. Nach der Herstellung der Aligner™ bekommt der behandelnde Kieferorthopäde ein Päckchen mit allen Schienen. Seine Aufgabe ist es nunmehr, den Behandlungsverlauf zu überwachen und dem Patienten jeweils die nächsten Aligner™ alle 2 Wochen zur Verfügung zu stellen.

Dese computergesteuerte Vorausplanung ist auch der Grund, warum Invisalign® für Kinder und Jugendliche nicht in Frage kommt: Das Knochen- und Kieferwachstum würde die einzelnen Aligner™ schnell unbrauchbar machen.


Welche Fehlstellungen kann man mit Invisalign® behandeln?

Invisalign kann bei leichten bis mittleren Fehlstellungen eingesetzt werden, wobei das Behandlungsspektrum auch vom Geschick des jeweiligen Behandlers abhängt. Mit Hilfe zusätzlich geklebter Attachments aus Kunststoff können auch komplexe Zahnbewegungen, wie z.B. Zahndrehungen, durch die Aligner erreicht werden. Schwierig ist die Korrektur vertikaler Abweichungen von mehr als 2-3 mm. Hier kommt das System an seine konstruktionsbedinge Grenze.

 

Wo liegen die Vorteile?

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Die Geräte können jederzeit herausgenommen werden.
So ist das Essen und die Zahnpflege problemlos möglich.
 
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Die Geräte sind fast unsichtbar und stören nicht beim Sprechen.


Welche Nachteile hat das System?

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Es können nicht alle Fehlstellungen beseitigt werden.
In manchen Fällen muss trotzdem zumindest zeitweise mit festsitzenden Apparaturen behandelt werden.
 
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Die Schienen müssen 22 Stunden pro Tag getragen werden.
Klartext: Herausnehmen nur zum Essen und Zähneputzen! Ansonsten ist die Behandlung zum Scheitern verurteilt. Auch auf Zwischenmahlzeiten und den Kaffee zwischendurch muss verzichtet werden. Jeder Patient muss vor der Therapie für sich entscheiden, ob sich diese Tragezeiten im Berufsleben überhaupt realisieren lassen. Bei 50 Schienen entspricht die aktive Behandlungsdauer immerhin knapp 2 Jahren.
 
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Die Behandlung ist teuer.
Die Therapie kostet meist zwischen Euro 2.000,-- und Euro 5.000,--. Eine Bezahlung durch die gesetzliche Krankenversicherung ist ausgeschlossen, die privaten Krankenversicherungen übernehmen in manchen Fällen die Kosten.
 
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Der Kieferorthopäde selbst kann die Behandlung nicht mehr beeinflussen.
  Ist die vom Computer berechnete Behandlung einmal begonnen worden, hat der behandelnde Kieferorthopäde keine Möglichkeit mehr, den Verlauf zu beeinflussen. Eine Änderung des Behandlungszieles - z.B. nach Zahnverlust während der Behandlung oder mangelhafter Mitarbeit - ist mit Mehrkosten für den Patienten verbunden, da in diesem Fall ein Satz neuer Schienen notwendig wird.
   


Für wen ist Invisalign® geeignet?

Die Schienen sind für Erwachsene mit leichten bis mittleren Fehlstellungen geeignet. Bei umfangreicheren Korrekturen muss die Situation individuell beurteilt werden; ein Kieferorthopäde in Ihrer Nähe kann Ihnen weiterhelfen.Beim Tragen der Geräte ist eine große Ausdauer von Seiten des Patienten vonnöten. Dafür erhält man ein kaum sicht- und hörbares Behandlungssystem, welches man zum Essen und zur Mundhygiene herausnehmen kann.

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