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Im Gegensatz zu
den herausnehmbaren Zahnspangen, die im Labor gefertigt werden,
muß die festsitzende Apparatur - zumindest in der Regel - direkt
am Patienten eingesetzt werden. Das Einsetzen ist ein aufwendiger
Vorgang, der normalerweise zwischen eineinhalb und drei Stunden
dauert. Aus diesem Grund wird die festsitzende Klammer fast immer
vormittags eingesetzt - so werden Störungen durch Kontrolltermine
verhindert. Im folgenden wird der Ablauf für das Einsetzen einer
festen Klammer erläutert:
Sollen Zähne mit
Metallbändern versehen werden,
so ist es häufig nötig, vorher ein wenig Platz zu schaffen.
Dafür werden ein paar Tage vorher zwischen die betreffenden
Zähne kleine Gummiringe - die sog. "Separierringe"
gesetzt. Sie drängen in den nächsten Tagen die Zähne ein wenig
auseinander und ermöglichen so das problemlose Bebändern der
Zähne. Ein paar Stunden nach dem Einsetzen der Separiergummis
verspüren viele Patienten ein unangenehmes Druckgefühl auf den
Zähnen. Durch die Rückstellkraft der Ringe werden die Zähne
auseinandergerückt, was zu Überempfindlichkeit und - gerade
beim Kauen - zu Schmerzen führen kann. Von vielen Patienten
wird die Separation deshalb als die unangenehmste Prozedur der
gesamten Behandlung empfunden. Nach den ersten Tagen lässt der
Druck jedoch allmählich nach, so daß bis zum "Einsetztermin"
keine weiteren Probleme auftauchen sollten. |
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Ist der "große"
Tag gekommen, werden zunächst die Zähne mit kleinen Bürstchen und
Polierpaste gründlich gereinigt und poliert. Da an den Klebestellen
in nächster Zeit nicht mehr gereinigt werden kann, ist eine saubere
Zahnoberfläche unbedingt notwendig.
Früher
konnten Brackets noch nicht auf die Zähne geklebt werden. Zu
dieser Zeit musste jeder Zahn mit einem dünnen Metallband versehen
werden, wenn eine festsitzende Apparatur angefertigt wurde -
daher der Name "Multibandapparatur". Heute verwendet
man Bänder nur noch dann, wenn spezielle Geräte an den Zähnen
verankert werden muß, wie z.B. ein Headgear
oder eine Quad-Helix.
Dafür werden Bänder zumeist auf die ersten großen Backenzähne
(die "1. Molaren") zementiert.
Das Band besteht aus einem ca. 0.1 mm starken Metallring, an
welchem das eigentliche Bracket aufgeschweißt wird.
Werden Bänder für die Apparatur benötigt, so müssen sie zunächst
an die jeweilige Zahnform angepasst werden, damit sich später
kein Spalt bildet, an dem Plaque haften bleiben könnte. |
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Das fertig
angepasste Band wird mit Zement beschickt. Die aufgeschweißten
Elemente werden mit Wachs oder Fettstift vor dem Zement geschützt,
damit sich dieser nicht in die kleinen Röhrchen und Nischen
gelangen kann. |
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Das mit Zement
gefüllte Band wird locker auf den Zahn gedrückt. Nun muß der
Patient auf ein spezielles Instrument beißen, damit das Band
in die richtige Position gedrückt wird (siehe Bild). Letztendlich
wird das Band vom Kieferorthopäden mit Bandaufsetzern in die
endgültige Position gebracht. Nun werden die Zementüberschüsse
entfernt und nach Spalten gesucht. Sitzt das Band in der korrekten
Position, wurde es früher mit Zinnfolie abgedeckt, damit
der Zement nicht durch Speichel oder Luft beim Härten (="Abbinden")
gestört wird. Bei neueren Zementen ist dies nocht mehr notwendig. |
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Nach dem
Setzen der Bänder (falls notwendig) kann mit dem Kleben der
Brackets begonnen werden.
Zunächst wird auf jeden Zahn ein spezielles Gel aufgetragen.
Es rauht die Oberfläche des Zahnes ein wenig auf, damit der
Bracketkleber Halt findet. Das Gel muß ca. 1 Minute auf jeden
Zahn wirken, damit die Oberfläche rauh genug ist. |
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Nach der Ätzung
wird das Gel mittels Wasserspray gründlich abgespült, danach
muß der Zahn mit Druckluft getrocknet werden. Nach der Trocknung
darf der Zahn nicht mehr mit Speichel in Berührung kommen, sonst
kann der Kleber nicht richtig halten. |
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Nun wird das Bracket
auf der Unterseite mit Kleber beschickt. Diese Arbeit erledigt
normalerweise die Helferin. Bei manchen Klebesystemen muß außerdem
noch eine Flüssigkeit auf die Zahnoberfläche gebracht werden;
sie aktiviert die Härtung, wenn das Bracket auf dem Zahn sitzt. |
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Das Bracket wird
entweder mit einem speziellen Positionierinstrument (Bild 1)
oder mit einer Pinzette (Bild 2) auf den betreffenden Zahn gesetzt.
Das Setzen der Brackets erfordert höchste Genauigkeit, wird
das Bracket zu hoch oder zu tief gesetzt, kann es vorkommen,
daß die Zähne am Schluss nicht auf gleicher Höhe stehen. Tritt
dieser Fall auf, so muß entweder das Bracket umgeklebt werden
oder der Drahtbogen durch zusätzliche Biegungen angepasst werden. |
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Solange der Kleber
noch nicht hart wird, kann die Position des Brackets mit einem
Instrument noch korrigiert werden. Die meisten Bracketsysteme
müssen in der Mitte der Zahnkrone aufgeklebt werden. Das muß
(wie hier im Bild) bei noch nicht vollständig durchgebrochenen
Zähnen berücksichtigt werden. Zur Positionierungshilfe gibt
es auch spezielle Messlehren, so kann der Kieferorthopäde die
Position genau kontrollieren. |
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Nachdem alle Bänder
gesetzt und alle Brackets geklebt sind, kann der erste Drahtbogen
eingesetzt werden. Dieser ist sehr elastisch, damit er anfangs
nicht zu großen Druck auf die Zähne ausübt. Mit Hilfe einer
Zange wird der Draht in das Röhrchen gesteckt, welches auf den
Bändern sitzt. |
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Alastiks sind
Gummiringe, die mittlerweile in den verschiedensten Farben
erhältlich sind. Sie fixieren den Drahtbogen im Bracket, damit
dieser die Zahnbewegung durchführen kann. Mit einer Pinzette
wird über jedes Bracket solch ein Ring gezogen.
Manchmal werden
statt der Ringe auch Metalldrähte - die sog. "Ligaturen"
verwendet. Diese haben den Vorteil, dass man die Kraft, mit
der der Drahtbogen im Bracket gehalten wird, fein dosieren
kann. Außerdem verfärben Drahtligaturen nicht -
im Gegensatz zu hellen Alastiks, die bei Verzehr farbstoffhaltiger
Nahrung binnen weniger Tage verfärben können.
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Jetzt ist
die festsitzende Apparatur einsatzbereit. Der Drahtbogen gibt
den Druck über die Brackets auf die Zähne weiter, welche sich
dadurch in die richtige Stellung bringen lassen.
Das Einsetzen einer
festen Klammer ist nicht schmerzhaft. Durch die Wirkung des
Drahtbogens kann es aber gerade in den ersten Tagen nach dem
Einsetzen zu unangenehmen Druckgefühl auf den Zähnen kommen.
Überempfindlichkeit und Schmerzen können die Folge sein. Der
Druck wird aber nach 2-4 Tagen deutlich nachlassen, ein paar
Tage später wird man gar nichts mehr spüren. Auch können in
den ersten Tagen wunde Stellen an Lippen und Wangen auftreten.
Dies kommt durch die noch "ungewohnten" Brackets.
Hierfür gibt der Kieferorthopäde weiches Wachs mit, mit dessen
Hilfe man die scharfen Kanten der Brackets abdecken kann.
Im großen und Ganzen
sollte eine Multiband-Behandlung schmerzarm ablaufen, sieht
man mal von den ersten Tagen nach dem Einsetzen und ein wenig
Druck beim Bogenwechsel ab. Sollten sich aber starke Schmerzen
einstellen, die auch nach ein paar Tagen noch nicht verschwunden
sind, sollte der Kieferorthopäde aufgesucht werden.
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