Wie wirkt die festsitzende Apparatur?

Während Plattenapparaturen vom Patienten selbst herausgenommen werden können, ist da bei den Multibandapparaturen nicht der Fall. Der Patient bekommt zu Behandlungsbeginn kleine Metallteile - die Brackets - auf die Zähne geklebt, welche dann bis zum Behandlungsabschluss auf den Zähnen verbleiben. Auf Zähne, auf die beim Kauen starke Kräfte einwirken oder die sehr verdreht stehen, werden die Brackets auf dünne Metallbänder gesetzt, da sie festeren Halt am Zahn ermöglichen.

Wie ist nun so ein Bracket aufgebaut?

Ein Bracket besteht aus einem Plättchen, der sog. "Basis" und vier Flügeln. Die Basis wird mit der Unterseite auf die Zähne geklebt. Auf der Mitte des Brackets befindet sich ein horizontaler Schlitz, der sog. "Slot". In diesen Schlitz wird der Drahtbogen eingesetzt, der die falsche Zahnstellung korrigieren soll. Damit der Draht nicht aus dem Slot rutscht, wird der mit sog. "Ligaturen" befestigt. Dies können entweder kleine bunte Gummiringe sein oder sehr dünne Drähtchen. Die Ligaturen gleiten unter die vier Flügel und fixieren so den Draht im Slot. 

Manche Brackets haben darüber hinaus noch kleine Häkchen. Hier können sog. "Gummizüge" eingehängt werden, um z.B. Zähne nach hinten zu verschieben. Im Rahmen einer Extraktionstherapie werden Gummizüge z.B. benötigt, um den Eckzahn in die vorhandene Zahnlücke zu ziehen und die Lücke so zu schließen.

Die einzelnen Merkmale eines Klebebrackets


Wie wirkt denn die festsitzende Zahnklammer auf die Zähne?

Schauen wir uns mal ein Beispiel an:
Man erkennt, daß die Stellung der Zähne alles andere als korrekt ist. Neben Kippungen sehen wir auch einzelne Zähne, die rotiert stehen. In dieser Situation ist kein sicherer Zusammenbiß möglich, zudem bieten eng stehende Zähne dunkle Nischen, in denen sich Plaque (="Zahnbelag") anlagern und so Karies verursachen kann. Eine kieferorthopädische Behandlung ist hier erforderlich, um das Kauorgan vor Schäden zu schützen. Da umfangreiche Zahnbewegungen und -rotationen durchgeführt werden müssen, ist in diesem Fall eine festsitzende Apparatur notwendig.
Zahnstellung vor der Behandlung
Dazu werden die Zähne mit Brackets beklebt; die Backenzähne erhalten Röhrchen, in die der Draht gesteckt werden kann. Dieser Drahtbogen besitzt eine Idealform; das bedeutet, daß er sich bei perfekter Zahnstellung ohne Druck oder Deformierung in die Brackets einführen lässt.

 

Orthodontisch wirksamer Drahtbogen in Idealform

Das ist in unserem Fall aber noch undenkbar. Setzt man den Drahtbogen in die Bracketslots, so wird er elastisch verformt, da die Zahnstellung noch nicht dem Ideal entspricht. Der Drahtbogen strebt aber danach, in seine Idealform zurückzukehren. Also übt er eine Kraft auf die Brackets aus, an denen er befestigt ist - und bringt so die Zähne langsam in die richtige Stellung.

Anfangs ist die Zahnstellung noch nicht mit dem Ideal zu vergleichen. Hier verwendet man dünne, spezielle Drähte aus Nickel-Titan, welche nur geringe Kräfte ausüben und die Zähne nicht überlasten, was zu starken Schmerzen führen würde und darüber hinaus den Zahnwurzeln schaden könnte.

Rückstellkräfte des Idealbogens üben therapeutische Kräfte auf die Zähne aus
In dem Bestreben, seine in der Fabrik "einprogrammierte" Idealstellung einzunehmen, überträgt der Drahtbogen also Kräfte auf die Zähne (siehe Pfeile). Die Zähne folgen dem Bogen und nehmen so mit der Zeit ihre Idealstellung ein. 

Während am Anfang dünne, elastische Drähte eingesetzt werden, benutzt man bei fortgeschrittener Behandlung dickere, starre Drähte, da die Zähne schon fast gerade sind und die dünnen Drähte nicht mehr genug Kraft aufwenden.

Während einer durchschnittlichen Behandlung werden pro Kiefer 4-7 verschiedene Drahtbögen eingesetzt, die sich immer in der Kraftgröße unterscheiden.

Die Zähne reagieren auf den Druck mit Knochenumbau und Wanderung
Wenn die Zähne einen schönen Zahnbogen bilden und richtig aufeinander passen, hat sich die Mühe gelohnt! In unserem Beispiel sehen wir die Zahnstellung kurz vor Abnahme der festen Klammer. Die Zähne sind mit einem starren Metallbogen fixiert und stehen harmonisch zueinander.

Die Behandlung ist jedoch noch nicht zu Ende:
Nach der Abnahme der Brackets muß das Behandlungsergebnis gesichert werden, sonst würden die Zähne nach wenigen Jahren wieder in ihre alte Zahnstellung zurückgekehrt sein - alle Mühe wäre umsonst gewesen.
Deshalb bekommt der Patient sog. "Retainer" eingesetzt, mit denen die Zahnstellung stabilisiert wird.

Ausführliche Infos zu Retainern finden Sie hier!

Am Ende der Behandlung passt er Idealbogen spannungsfrei in die Brackets

Durch die sichere Verankerung des Drahtbogens im Bracket können mit einer festsitzenden Apparatur Zahnkorrekturen durchgeführt werdenm, die mit herausnehmbaren Platten undenkbar wären. Deshalb kommen einige Patienten nicht um die "Brackets" herum. Bei erwachsenen Patienten kann in der Regel nicht mehr mit herausnehmbaren Platten gearbeitet werden, hier ist die Multibandbehandlung der Normalfall.

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