Wie werden herausnehmbare Spangen gehandhabt?

Herausnehmbare Spangen sind einfach zu benutzen, selbst junge Patienten haben in der Regel keine Probleme mit der Anwendung.
Trotz allem gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen, die ein vorzeitiges "Ableben" der Klammer verhindern helfen:

Die Klammer muß richtig aufbewahrt werden.
Der beste und sicherste Platz für die Klammer ist der Mund des Patienten! Wird sie nicht getragen ist es notwendig, sie in einer stabilen Box aufzubewahren. Spezialdosen für Zahnklammern (wie im Bild rechts) gibt es in verschiedenen Farben in der Apotheke oder der Drogerie. Mit ihrer Hilfe kann das Gerät auch gefahrlos transportiert werden.
Ganz und gar ungeeignet ist allerdings die Hosentasche oder der Rucksack. Die Haltedrähte können sich verbiegen und die Platte dabei unbrauchbar machen. Mit ein wenig Glück und Geschick kann der Kieferorthopäde die Drähte wieder richten, daß die Klammer weiter benutzt werden kann. Sollte sie allerdings zerbrechen, ist eine völlige Neuanfertigung notwendig. Diese ist nicht nur sehr teuer, in der Zeit bis zur Anprobe der neuen Klammer geht viel Zeit verloren, in welcher sich Zähne wieder zurückschieben und damit zum Teil monatelange Behandlungen zunichte machen können. Auch die Lösung mit dem eingewickelten Papiertaschentuch ist nicht eben glücklich. Nicht nur, daß die Klammer dort nicht stabil geschützt ist; sie kann auch von fremdem Personen versehentlich weggeworfen werden. Deshalb sollte die Klammer - wenn sie schon nicht getragen wird - in so einer Spezialdose aufbewahrt werden. Nach der Herausnahme sollte sie kurz unter Wasser abgespült werden, um eine Geruchsbildung in der Dose durch Bakterien zu verhindern.

Zahnspangendose zum Schutz der kieferorthopädischen Geräte

Die Klammer muß gereinigt werden.
Neben der richtigen Zahnpflege ist auch die Pflege der Zahnklammer eine Notwendigkeit. Genau wie ungeputzte zähne bietet die ungepflegte Klammer Bakterien eine willkommene Unterkunft, außerdem bildet sich unangenehmer Geruch.
Am besten reinigt man die Apparatur mit einer harten Prothesenbürste (aus der Apotheke) und Zahnpasta. Dabei muß man aufpassen, daß die Haltedrähte nicht verbiegen; die Klammer sollte im Idealfall so gehalten werden, daß möglichst viele Halteelemente gefasst werden. So ist die Gefahr des Verbiegens am geringsten.

Reinigungstabletten sind schön; eine Reinigung mit Bürste können sie jedoch nicht ersetzen! Genaugenommen benötigt man sie überhaupt nicht. Aber wer's mag...

Sollte sich denn doch einmal Zahnstein in Form weißer Kalkablagerungen an der Klammer gebildet haben, greift man zu folgendem Mittelchen: 
Man mischt Essig und warmes Wasser im Verhältnis 2:1 und legt die Klammer ein paar Stunden in diese Lösung. Danach bitte das Abspülen nicht vergessen!

Das Halten der Apparatur, ohne die Halteelemente zu verbiegen

Die vom Arzt angeordnete Tragedauer muß eingehalten werden!
In der Regel müssen  herausnehmbare Geräte 15-18 Stunden pro Tag getragen werden - je mehr, desto besser! Wird diese Zeit unterschritten, wird das benötigte Ergebnis viel langsamer - oder gar nicht erreicht. Deshalb ist es sehr wichtig, daß der Patient die Klammer streng nach Anweisung trägt ( - wer freiwillig mehr trägt - super!). Schon das Auslassen der Klammer für eine Nacht kann dazu führen, daß sich das Gerät nur noch mit starkem Druck oder gar nicht einsetzen lässt, weil sich die Zähne zurückbewegt haben. Ein Besuch beim Kieferorthopäden ist dann notwendig. Bleibt die Klammer mehrere Tage unbenutzt in der Dose kann es sogar sein, daß sie überhaupt nicht mehr passt. Dann muß ein neues Gerät angefertigt werden, wodurch eine monatelange Behandlung umsonst war!
Wird die Klammer getragen, vorher das Zähneputzen nicht vergessen.
Ansonsten können die Bakterien ganz in Ruhe unter der Klammer wüten und die Zähne angreifen - und das ist ja nicht Sinn der Sache! Am besten, man hat eine kleine Reisezahnbürste, mit der man nach einer Mahlzeit mal eben putzen kann
Wie wird die Klammer eingesetzt und herausgenommen?
Beides ist so einfach, daß die wenigsten Patienten Probleme haben dürften. Trotzdem gibt es ein paar kleine Tipps, die hier helfen können:

Einsetzen
Im Oberkiefer wird die Klammer lose auf die Zähne gesetzt. Dann drückt man mit beiden Daumen die Kunststoffplatte nach oben, bis die Haltedrähte einrasten. Fertig. Unnötiger Druck auf die Drähte sollte vermieden werden.
Im Unterkiefer verwendet man statt der Daumen die beiden Zeigefinger.

Herausnehmen
Beim Herausnehmen im Oberkiefer kann der Zug man Draht oft nicht vermieden werden. Man sollte beide Zeigefinger an den hintersten Drähten einhaken und die Klammer so nach unten drücken. Wenn die Halteelemente mal ausgeklinkt sind, kann die Platte aus dem Mund genommen werden.
Im Unterkiefer kann man die Klammer manchmal mit der Zunge herausdrücken. Geht das nicht, weil sie zu fest sitzt, hakt man beide Daumen an den hintersten Drähten ein und drückt die Klammer nach oben, so daß sie von den Zähnen gleitet.

Was tun bei Schmerzen, Druckstellen, Drahtbruch oder Verlust der Klammer?
Na was wohl? Den Kieferorthopäden anrufen, natürlich. Schmerzen und Druckstellen sollen nicht sein, Druckstellen kommen gerade in den ersten Tagen während der Eingewöhnung vor. Sie können vom Behandler leicht behoben werden. 
Der Bruch eines Drahtelementes kommt schon mal vor - auch ohne Gewalteinwirkung. Gerade bei älteren Geräten können die Drähte brechen; meistens ist der Labialbogen - also der vordere Drahtbogen betroffen. Ärgerlich ist es aber, wenn die Klammer verloren wird. Nicht nur, daß viele Wochen Arbeit zunichte gemacht werden, es muß auch eine neue Klammer hergestellt werden, das mehrere hundert Euro zusätzlich kosten. Darüber freut sich keine Krankenkasse...

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