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Bevor an die Herstellung einer Plattenapparatur
gedacht werden kann, muß zunächst ein genaues
Gipsmodell der Zähne und des Alveolarfortsatzes (=Zahnfach)
hergestellt werden. Dieses Modell stellt dann später
die Grundlage für die Herstellung der Geräte dar.
Für ein exaktes Gipsmodell müssen die Zähne
des Patienten mit einer Abdruckmasse abgeformt werden. In
der Kieferorthopädie hat sich als Abformmasse heute
Alginat durchgesetzt,
welches eine hinreichend genaue Abformung bei günstigen
Preis und einfacher Verarbeitung gewährleistet. Diese
Abformmasse wird in spezielle Löffel gefüllt,
welche es in verschiedenen Größen gibt.
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Der gefüllte Löffel wird
in den Patientenmund gegeben, hierbei werden Zähne
und Alveolarfortsatz in die noch weiche Abformmasse gedrückt.
Binnen weniger Minuten beginnt die Härtung der Masse,
bis sie schließlich einen gummiartigen Zustand einnimmt.
Nun kann der Abdruck aus dem Mund entfernt werden. Wir haben
jetzt ein exaktes Negativ des Kiefers in der Abdruckmasse.
Der nächste Schritt ist das Auffüllen des Abdruckes
mit Gips. In der Zahnmedizin wird hier in der Regel Hart-
oder Superhartgips benutzt, der eine hohe Detailtreue und
Härte bietet.
Das Ausgiessen des Abdruckes erfolgt
auf einem sog. "Rüttler", der durch seine
Vibrationen die Fliessfähigkeit des Gipses verbessert
und die Entstehung von Luftblasen vermindert. Der Gips selbst
wurde zuvor mit einem speziellen Vakuum-Anmischgerät
zubereitet.
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Nach 30-40 Minuten ist der Gips so
hart geworden, dass der Abdrucklöffel nun entfernt
werden kann. Man hat nun ein Duplikat des Patientenkiefers,
auf welchem der Kieferorthopäde nun Vermessungen vornehmen
kann und der Zahntechniker später die herausnehmbaren
Apparaturen herstellt.
Bevor das Modell zur Diagnose
und Herstellung kieferorthopädischer Apparaturen verwendet
wird, muß es noch mit einem normgerechten Gipssockel
versehen werden. 
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Mit dem fertigen Gipsmodell und
einer Konstruktionszeichnung vom Kieferorthopäden hat
der Zahntechniker nun alle nötigen Voraussetzungen,
ein individuell passendes Behandlungsgerät herzustellen.
Die Konstruktionszeichnung zeigt den "Bauplan"
für die Zahnklammer. Sämtliche aktiven und passiven
Elemente der Platte werden hier eingezeichnet. Informationen
zu den verschiedenen Elementen finden Sie hier: 
Nun müssen die auf der Konstruktionszeichnung
vermerkten Halteelemente gebogen werden. Der Zahntechniker
hat hierfür verschiedene Zangen, mit deren Hilfe er
die Drahtelemente biegen kann:
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Die Flachzange dient als universelles
Instrument zum Biegen und Halten des Drahtes. Erfahrene
Techniker können mit dieser Zange fast sämtliche
Halteelemente biegen!
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| Die Hohlkehlzange
eignet sich besonders für das Biegen von Rundungen. So
gelingen mit ihr z.B. die beiden U-Schlaufen des Labialbogens
besser als beim Biegen per "Hand und Augenmaß" |
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| Die Aderer-
oder Dreibackenzange ist ein Werkzeug für "eckige"
Knicke. Der Draht wird zwischen den Branchen eingeklemmt und
beim Zusammendrücken in der Mitte geknickt. Mit dieser
Zange sind sehr exakte Knicke möglich. |
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| Die Kramponzange
ist ein richtiger "Allrounder". Mit ihrer Hilfe
können z.B. schöne, harmonische Knicke gestaltet
werden. Dadurch, daß der Knick mit dem Finger über
die Branchen erfolgt, ist der Draht nach dem Biegen nicht
so bruchgefährdet wie z.B. bei einer Adererzange. Desweiteren
kann sie als stabile Haltezange auch kurze Drahtenden sicher
fixieren. |
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Neben den bereits bekannten Zahngen
benötigen wir speziellen Draht. Mit diesem "federharten"
Draht können Elemente mit elastischen Eigenschaften
gebogen werden. Der Draht - hier ein Beispiel der Firma
Dentaurum - wird entweder auf Rollen oder in Stangenform
geliefert.
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Das Biegen der Drähte erfordert ein wenig Erfahrung
und Übung. Mit der Zeit lernt der Techniker, Zangen
und Draht so zu handhaben, dass er die Reaktionen des federnden
Drahtes vorhersagen kann.
Die beiden Bilder zeigen das Biegen
eines Drahtelementes mit einer Adererzange. Diese ist eine
der wenigen Zangen, die Drähte ohne Hilfe der Hände
biegt. Die meisten Techniker nutzen Zangen nur zur Fixierung
des Drahtes und nehmen die eigentlichen Biegungen mit den
Fingern vor. Erfahrene Zahntechniker brauchen keine 5 Minuten
für die Herstellung der erforderlichen Drahtelemente,
Anfänger benötigen viele Stunden...
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Auch bei den sogenannten "Labialbögen"
werden die Rundungen des Elements nicht mit einer Zange,
sondern über die Finger gebogen. Lediglich die beiden
U-förmigen Schlaufen werden mit einer Hohlkehlzange
gebogen (s.o.).
Die Biegungen müssen im ständigen Vergleich mit
dem Gipsmodell erfolgen, nur so kann eine gute Passgenauigkeit
und ein spannungsfreier Sitz der Drahtelemente gewährleistet
werden.
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| Die
Dreiecksklammer
wird mit der Flach-Spitzzange gebogen. Da diese Elemente sehr
häufig für kieferorthopädische Geräte
gebraucht werden, gibt es sie mittlerweile vorgefertigt zu
kaufen. |
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Sind alle Drahtelemente fertig gebogen, werden sie auf
das Modell gesetzt und dort auf ihren richtigen Sitz überprüft.
Am unterscheidet zwischen aktiven und passiven
Elementen. Die passiven Drahtelemente müssen spannungslos
an den Zähnen anliegen. Ihre Aufgabe besteht einzig
und alleine darin, die Plattenapparatur an den Zähnen
zu fixieren. Sie selbst bewirken also keinerlei Zahnbewegung.
Aktive Elemente hingegen sollen später therapeutische
Kräfte auf Zähne ausüben, um so ihre Stellung
im Kiefer zu verändern. Auch die aktiven Elemente liegen
normalerweise spannungslos auf dem Modell und werden erst
später am Patienten so gebogen, daß Kräfte
auf die Zähne ausgeübt werden. Man nennt diesen
Vorgang dann Aktivieren der Elemente.
Nach der Überprüfung der Drahtelemente auf dem
Gipsmodell kommt es nun zur eigentlichen Herstellung der
Platte:
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Für die Herstellung werden heute fast ausschliesslich
Kunststoffe gebraucht, die zum Aushärten kein spezielles
Wasserbad mehr benötigen - sog. Autopolymerisate.
Kunststoffe für den Gebrauch in der Kieferorthopädie
bestehen in der Regel aus einer Flüssigkeit (dem Monomer)
und einem Pulver (dem Polymer). Bei der Verarbeitung werden
beide Komponenten zusammengegeben und ergeben so eine modellierfähige
Masse, die dann später ausgehärtet werden muss.
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| Das
vorbereitete Gipsmodell wird nun mit einer Isolierschicht
versehen. Diese trennt den Gips vom Kunststoff und verhindert
Blasenbildung in der Platte während des Härtens.
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| Nun
beginnt der eigentliche Streuvorgang: In dünnen Schichten
wird zunächst Pulver auf das Modell gestreut und dann
mit Flüssigkeit abgesättigt. Ein zu hoher Anteil
an Monomer sollte vermieden werden, um ein wegfliessen des
Kunststoffes zu verhindern. In mehreren Schichten wird nun
eine 2-3 mm dicke Platte gestreut. Für diesen Arbeitsgang
stehen ca. 10 Minuten zur Verfügung, dann beginnt die
Härtung des Kunststoffes. Kommt das Modell dann nicht
sofort in den Druckpolymerisator, wird der Kunststoff porig
und minderwertig (ähnlich Styropor®). Die ganze Arbeit
war dann umsonst. |
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| Wenn
die Platte fertig gestreut ist, wird sie in ein Druckpolymerisationsgerät
gegeben, in welchem der Kunststoff härtet und eine blasenfreie
Oberfläche ausbildet. Nach ca. 30 Minuten ist die Platte
fertig und kann aus dem Gerät genommen werden. Mit Fräsen,
Schleifpapier und Polierkörpern wird der Plattenkörper
nun in seine endgültige Form gebracht. Dabei werden scharfe
Kanten entfernt und eine glatte Oberfläche hergestellt. |
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Ist die Apparatur fertiggestellt, kann sie am Patienten
eingesetzt werden. Häufig muss der Kieferorthopäde
bei dieser Sitzung die eine oder andere Stelle nochmals
nacharbeiten. Die Platte wird dann individuell für
die notwendigen Zahnbewegungen präpariert.
Die Kunststoffe für die Kieferorthopädie sind
in vielen Farben erhältlich, so dass sich jeder Patient
"seine" Plattenfarbe auswählen kann. Auch
verschiedene Farben - wie auf dem Bild rechts zu sehen -
sind möglich.
Vom ersten Modell der Zähne bis zur fertigen Apparatur
ist es also ein weiter Weg. Da die Herstellung nicht gerade
billig ist, muss der Patient auf seine Plattenapparaturen
gut acht geben, damit sie nicht vorzeitig aus dem Leben
scheidet. Auch bei guter Handhabung
durch den Patienten sind Schäden an der Apparatur manchmal
nicht zu vermeiden. Auf jeden Fall muss der Kieferorthopäde
so früh wie möglich kontaktiert werden, damit
abgebrochene Drahtelemente repariert werden können
oder ein neues Gerät angefertigt wird.
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