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Herausnehmbare
Plattenapparaturen werden "aktiv" genannt, wenn sie
von selbst Kräfte auf die Zähne ausüben können. Hierfür
werden aktive "Bewegungselemente" benötigt. Passive
"Halteelemente" dagegen fixieren die Klammer auf den
Zähnen und gewährleisten so den sicheren Sitz.
Plattenapparaturen haben die Aufgabe, die Zahnbögen zu dehnen
und zu strecken, sowie Fehlstellungen von Einzelzähnen auszugleichen.
Sie bestehen zunächst einmal aus einer Kunststoffplatte, in der
sich die Drähte und Schrauben befinden. Diese Platte besteht aus
speziellem Kunststoffmaterial und wird auf einem Gipsmodell des
Patienten hergestellt. Ihre Form ähnelt der Form eines Hufeisens;
sie verläuft von den Schneidezahnkanten bis zu den letzten Molaren.
Kieferorthopädische
Platten sollen die Sprachfunktion möglichst wenig beeinträchtigen.
Durch die modernen Kunststoffe kann eine Plattendicke von 2-3
mm erreicht werden. Das Gerät stellt so für den Patienten nach
kurzer Eingewöhnung keine Behinderung mehr dar.
Eine Einschränkung ist allerdings bei Zahnklammern mit Dehnschrauben
zu machen: Um die Dehnschraube stabil in die Platte zu integrieren,
ist an dieser Stelle eine dickere Kunststoffschicht nötig. Außerdem
entsteht durch die Aktivierung der Schraube ein Spalt, der die
Sprachfunktion ein wenig stören kann.
Jedoch kann auch hier
die Sprachfunktion durch regelmäßiges Sprechen und fleißiges Tragen
perfektioniert werden!
Diese Klammer wird im Oberkiefer eingesetzt
und soll den Kiefer verbreitern und die mittleren Schneidezähne
nach vorne bewegen.
Die Dehnschraube
ist ein aktives Element. Wird sie aktiviert, so drückt sie
die Platte gegen die Zähne, die einwirkenden Kräfte sorgen
für die Zahnbewegung. Dehnschrauben gibt es in vielen verschiedenen
Größen und Ausführungen; so kann man für jede Art der Zahnbewegung
dafür vorgesehene Schrauben anwenden.
Die Schrauben werden entweder vom Kieferorthopäden oder vom
Patienten selbst nachgestellt. Dafür bekommt der Patient einen
Schlüssel, mit dessen Hilfe er die Schrauben aktivieren kann.
In der Regel wird die Schraube 1 mal pro Woche um eine Viertelumdrehung
nachgestellt. Diese Aktivierung drängt die Platten um insgesamt
ca. 0,2 mm auseinander. Der dadurch entstehende Druck wird
auf die Zähne übertragen, so kann bei ausreichender Tragedauer
kann die Bewegung von Zähnen, sowie die Erweiterung des Zahnbogens
erreicht werden.
Bei guter Mitarbeit ist die Schraube nach ca. 4-6 Monaten
erschöpft, d. h. in der Endposition. Sollen weitere Bewegungen
durchgeführt werden, muß eine neue Klammer angefertigt werden.
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Protrusionsfedern
werden bei der Herstellung der Klammer aus federhartem Draht
gebogen. Nach der Fertigstellung liegen sie den Frontzähnen
an, ohne jedoch eine Wirkung zu entfalten. Erst der Kieferorthopäde
kann die Federchen aktivieren, indem er sie mit Zangen in
die gewünschte Richtung biegt. Wird die Protrusionsfeder aktiviert,
so drückt sie (hier im Beispiel) die mittleren Schneidezähne
nach vorne; die Kräfte gehen also nur von den federnden Eigenschaften
des Drahtes aus.
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Der Labialbogen
kann sowohl aktiv Zahnbewegungen durchführen, als auch passiv
den Zähnen anliegen. Ist Letzteres der Fall, wie im obigen
Beispiel, dient der Labialbogen entweder zur Verankerung der
Platte an den Zähnen oder dem Abhalten der Oberlippe. Dadurch,
daß die Oberlippe durch den Bogen verdrängt wird, können z.B.
Fehlfunktionen der Lippen gemindert und eine Vorentwicklung
des Oberkiefers gefördert werden.
Labialbögen können allerdings auch aktiviert werden. In diesem
Fall können sie vorstehende Frontzähne retrudieren, d.h. nach
hinten kippen. Voraussetzung hierfür ist freilich, daß die
Platte vorher vom Kieferorthopäden in diesem Bereich freigeschliffen
wurde, damit sie nicht mehr den Frontzähnen anliegt. Die Aktivierung
erfolgt durch die beiden Eckzahnschlaufen, welche sich im
Bogen befinden. Spezielle Labialbögen können auch Einfluss
auf die Eckzahnstellung nehmen, jedoch ist diese Art der Beeinflussung
nicht so gut zu kontrollieren ist. Aus diesem Grund wird bei
falscher Eckzahnstellung in der Regel mit festen Apparaturen
behandelt.
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Die Pfeilklammer
ist ein gebogenes Halteelement. Die kleinen Pfeile greifen
in den Raum zwischen zwei Zähnen, dem sog. "Interdentalraum"
und verankern die Platte dort. Die Klammer kann insofern aktiviert
werden, daß der Kieferorthopäde die Pfeile bewegen, und damit
(eher geringen) Einfluss auf die Zahnstellung nehmen kann
- wenn der Kunststoffanteil der Platte so beschliffen wurde,
daß diese Zahnbewegung möglich ist.
Aufgrund der schwierigen Herstellung und der Gefahr des versehentlichen
Verbiegens durch den Patienten wird die Pfeilklammer immer
seltener angewandt.
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Der
Knopfanker ist ein reines Halteelement. Der kleine Metallknopf
greift in den Enterdentalraum und verankert die Zahnspange
an den Zähnen. Der Knopfanker ist fabrikmäßig vorgefertigt
und kann sehr einfach hergestellt werden; trotzdem ist seine
Haltewirkung an bleibenden Zähnen hervorragend. |
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Die hier gezeigte Klammer dient der Dehnung des Unterkiefers.
| Neben
den schon bekannten Elementen, der Dehnschraube und dem Labialbogen
haben wir hier Beispiele für zwei weitere Haltelemente:
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Adamsklammer
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Dreiecksklammer
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Die Adamsklammer
ist ein reines Halteelement. Sie kommt meistens im Molaren-
manchmal aber auch im Bereich der Prämolaren
vor. Sie hat eine gute Haltewirkung, da sie den gesamten
Zahn umfasst. Aus diesem Grund wird die Adamsklammer häufig
angewandt wenn es gilt, kieferorthopädische Platten an Zähnen
zu verankern. Durch die Umfassung des Zahnes kann die Adamsklammer
das Breitenwachstum des Kiefers blockieren, weshalb sie bei
aktiven Geräten immer zusammen mit einer Dehnschraube verwendet
werden sollte.
Ein Vorteil ist die Möglichkeit, nach Bruch einer Klammer
den verbliebenen Klammerarm in eine Dreiecksklammer umwandeln
zu können.
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Die Funktion
der Dreiecksklammer ähnelt der Funktion eines Knopfankers.
Statt eines gegossenen Metallknöpfchens besitzt die Dreiecksklammer
ein gebogenes Dreieck, welches in den Zahnzwischenraum greift
und die Platte so verankert. Dieses Dreieck kann auch zur
Zahnbewegung benutzt werden: Biegt man ein Ende ein wenig
auf, so wird Druck auf den Zahn ausgeübt, welcher sich auf
der Seite dieses aufgebogenen Stückes befindet. Eine Bewegung
mit Dreiecksklammern ist jedoch nur eingeschränkt möglich
und funktioniert nur, wenn vorher die entsprechenden Kunststoffanteile
der Platte entfernt worden sind. |
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Bei der Unterscheidung
zwischen aktiven und passiven Elementen muß bedacht werden, daß
sich jedes Halteelement durch Verbiegen ungewollt in ein aktives
Element verwandeln kann. Deshalb muß bei jedem versehendlichem
Verbiegen der Drahtelemente ein Kieferorthopäde aufgesucht werden
muß, der die Zahnklammer wieder in den Ursprungszustand versetzt!
Ein Weitertragen könnte hier unerwünschte Zahnbewegungen ausführen!
Wie bei allen
kieferorthopädischen Geräte erfolg die Zahnregulierung durch das
Einwirken von Kräften auf die Zähne. Entscheidend ist in diesem
Zusammenhang die Dauer der Krafteinwirkung, nicht die Stärke
der Kraft. Durch den andauernden Druck der Klammer auf die Zähne
werden diese in die vorgesehene Stellung gebracht (siehe:
"Zahnbewegung").
Der Druck, der durch Dehnschrauben zustandekommt ist von kurzer
Dauer, deshalb müssen die Dehnschrauben in regelmäßigen Abständen
vom Patienten oder vom Kieferorthopäden nachgestellt - "aktiviert"
werden. Wird die Zahnklammer nicht regelmäßig getragen oder -
noch schlimmer - einige Tage ganz "vergessen", so kann
es sein, daß die Klammer schon nach wenigen Tagen nicht mehr passt.
Mit etwas Glück kann der Kieferorthopäde das Gerät durch Zurückstellen
der Schraube wieder einsetzen. Bei längerem Aussetzen muß oft
ein komplett neues Gerät angefertigt werden! Aus diesen Gründen
ist das fleißige Tragen der herausnehmbaren Zahnklammer dringend
notwendig und der Schlüssel zum Erfolg!
Es ist auch nicht möglich, fehlende Tragezeit mit stärkeren
Kräften (Nachstellen der Schraube) auszugleichen, da hierdurch
lediglich Schmerzen entstehen.
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noch Fragen? Nutzen Sie unser Onlineforum!
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